Bei 15 Grad Minus und hohem Schnee zur Schule – Russische Deutschlehrerin zu Gast an den KBS Nordhorn

Bei 15 Grad Minus und hohem Schnee zur Schule – Russische Deutschlehrerin zu Gast an den KBS Nordhorn

Die Lehrer müssen zur Arbeit kommen, auch wenn den Schülern bei solchen Temperaturen doch einmal frei gegeben wird. Dies berichtete Rimma Shmeleva während ihrer dreiwöchigen Hospitation im November an den KBS Nordhorn. Sie unterrichtet seit über 25 Jahren Deutsch an einer Schule in Nischni Tagil in der Nähe von Jekaterinburg am Ural, der Grenze zwischen Europa und Asien. Nach einer Fortbildung vor einigen Jahren in Göttingen war dies ihr zweiter längerer Aufenthalt in Deutschland.

Das Wetter hier in Deutschland war doch dann so anders als in ihrer Heimat. Auch der Besuch der Weihnachtsmärkte in Münster und Nordhorn erfolgte nicht im gewünschten weißen Gewand, brachte aber doch viele Eindrücke mit sich. Sie nahm die deutsche Sprache auf vielfältige Weise auf, bei Kinobesuchen, Autorenlesungen und sehr vielen Gesprächen. Betreuer Holger Jouppien nahm sie mit in seine ostfriesische Heimat und zeigte ihr im Hause seiner Mutter die ostfriesische Teezeremonie. Dies war ihr nicht fremd, da Tee auch dort getrunken wird, aus dem (heute elektrisch betriebenen) Samowar – mit Milch, wie sie betonte.

Während des dreiwöchigen Aufenthalts zeigte sie vielen Schülern Filme und Fotos aus ihrer Heimat, erläuterte die Lebensweise und das Schulleben in der Russischen Föderation. So lernten die Schüler etwas über ein Land, das durch seine Politik zwiespältige Ansichten bei Deutschen hervorruft. Aber der einzelne Mensch steht nicht für die Politik der Regierung, und die Schüler begegneten ihr mit der entsprechenden Offenheit. Rimma Shmeleva brachte auch eine entsprechende Offenheit mit und nahm an vielen schulischen und außerschulischen Veranstaltungen teil, u. a. dem Besuch einer Grundschule und der Weihnachtsfeier eines Lehrerverbandes.

Bereichert um viele Eindrücke und Hunderte von Fotos trat sie die fast eintägige Rückreise an, mit dem Flugzeug über Hannover und Moskau nach Jekaterinburg, dann noch einmal 2 Stunden mit dem Zug. Ihren zwei Söhnen sowie den Kollegen, vor allem jedoch den vielen Deutschlernern wird sie viel zu erzählen haben.