Berufsfachschüler für vierwöchiges Praktikum auf Malta

  • Beitrag veröffentlicht:10. November 2021
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Ein Praktikum in Zeiten von Corona hört sich angesichts der derzeit stark steigenden Zahlen in Deutschland erst einmal nahezu unmöglich an. Nicht für 8 Schülerinnen und 4 Schüler unserer Berufsfachschule Wirtschaft für Hauptschulabsolventen (BFW), die sich seit Anfang November für vier Wochen auf Malta befinden.

Teilnehmende und Lehrkräfte der KBS Nordhorn in Spinola Bay: hinten von links: Haitham Sizo, Wisam Farman, Lena Schnurrbusch, Solin Adel, Denise Brandt, Nadine Feldermann (Lehrkraft 2. Woche), Joelle Schaar, Heinz-Georg Beckmann vorne von links: Björn Böhmer (Lehrkraft 2. Woche), Samira Boll, Cora Wachter, Roy Kanaan, Rofnd Ibrahim, Barbara Albers, Ipek Braun, Alessia Henschel

Die Gruppe mit insgesamt 12 Teilnehmenden im Alter von 15 bis 25 Jahren hat über Amsterdam die Reise in die Region St. Julians auf Malta angetreten. Das Projekt wird über das EU-Programm „Erasmus+ Mobilität“ gefördert und ist seit 2017 fest in unserem Schulprogramm verankert. Seitdem sind über 60 Berufsfachschülerinnen und -schüler auf Malta gewesen, nun erstmalig mit Teilnehmenden aus fünf BFW-Klassen. Erasmus+ ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Unterstützung von beruflicher Aus- und Weiterbildung im europäischen Ausland. Ziel des Programms ist es, die Mobilität zu Lernzwecken zu fördern. Der Aufenthalt wird durch den „Europass Mobilität“ bescheinigt, ein europaweit gültiges Dokument, mit dem nicht nur der Auslandsaufenthalt, sondern auch die dort erworbenen Kompetenzen bescheinigt werden.

Nachdem im März des letzten Jahres eine Gruppe den Aufenthalt nach zwei Wochen wegen der aufkommenden Pandemie das Praktikum abbrechen musste, freuen wir uns umso mehr, dass der Aufenthalt trotz Corona in diesem Jahr stattfinden kann, und das dazu in einem Land, das die höchste Impfquote in Europa und äußerst geringe Fallzahlen vorweisen kann. Voraussetzung war jedoch für alle Teilnehmenden die Vorlage einer Impfbescheinigung. 

Im Vorfeld haben sich die Schülerinnen und Schüler in mehreren Sitzungen auf die Zeit in Malta vorbereitet. Neben dem Schreiben von Bewerbungen und englischsprachigen Lebensläufen lernten sie einige Besonderheiten Maltas kennen. In einem Elternabend hat sich Simon Agius, Ansprechpartner European School of English (ESE) in St. Julians, in einer Videokonferenz vorgestellt und den Ablauf der vier Wochen dargestellt. Die ESE vermittelt als Sprachschule die Teilnehmer in Betriebe und Gastfamilien. Neben der Mitarbeit in der Sprachschule gehört auch die Kundenberatung im Bereich Einzelhandel zu den vielfältigen wirtschaftlichen Tätigkeiten der Praktikanten. Auch konnten besondere Wünsche wie ein Praktikum bei einem Anbieter für Tauchtouren oder einem Pferdehof verwirklicht werden. So erhalten die Teilnehmenden in den vier Wochen einen breiten Überblick über die wirtschaftlichen Gegebenheiten auf Malta.

Vorstellung des Schülers im Betrieb mit Barbara Albers (Lehrerin KBS Nordhorn), Rofnd Ibrahim, Marica von His Story Barbershop, Simon Agius (ESE)

Während des Aufenthalts sind die Praktikanten in Gastfamilien untergebracht und lernen somit das Leben in Malta aus erster Hand kennen. Auf dem Weg zur Arbeit sind die öffentlichen Busse ein wichtiges Hilfsmittel, wobei eine Fahrt auch schnell einmal eine Stunde und mehr in Anspruch nehmen kann. Ohnehin ist Geduld eine wichtige Grundeigenschaft, die für das Verständnis der maltesischen Kultur außerordentlich wichtig ist.

In der ersten Woche haben die Teilnehmenden wie auch die beiden betreuenden Lehrkräfte Barbara Albers und Heinz-Georg Beckmann an einem Englischkurs teilgenommen. Die Schülerinnen und Schüler werden wochenweise von Lehrkräften betreut, die am Vormittag jeweils einen Englischkurs belegen und am Nachmittag die Praktikanten in den Betrieben besuchen.

Neben den beruflichen und sprachlichen Kompetenzen werden während der vier Wochen auch die kulturellen Kompetenzen gefördert. So stehen gemeinsame Ausflüge in die Hauptstadt Valletta, zur St. Pauls Bay und Mellieha Bay oder zur Insel Comino und The Blue Lagoon auf dem Programm. Damit können die Schülerinnen und Schüler nach der Arbeit oder am Wochenende Einblicke in die Kultur und Schönheiten der Insel gewinnen, bis dann Ende November die Heimreise wieder angetreten wird. Die Erfahrungen und Erinnerungen allerdings werden noch weit über darüber hinausreichen.