Laura Wöllecke (Auslandspraktikum auf Malta)

  • Beitrag veröffentlicht:24. November 2017
Laura Wöllecke (Auslandspraktikum auf Malta)

Ich bin Laura Wöllecke, 20 Jahre alt und komme aus Gildehaus. Momentan mache ich eine dreijährige Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau bei der Stadt Bad Bentheim und besuche die BBS am Pottgraben in Osnabrück. Im Rahmen der Zusatzqualifikation “Europakaufmann/frau”, welche ich an der KBS in Nordhorn erwerbe, absolvierte ich mein vierwöchiges Auslandspraktikum von Mitte Oktober bis Mitte November in Malta. Aber warum Malta?

Als ich von den vielen verschiedenen Ländern hörte, war ich von Malta direkt begeistert: eigene Sprache, anderes Klima und kleine Fläche. Nach der Ankunft auf dem maltesischen Flughafen wurde ich von einem Mitarbeiter der ESE Sprachschule abgeholt und zu meiner Gastfamilie nach Pembroke gebracht. Der Empfang war weder herzlich noch besonders lang. Wahrscheinlich lag es daran, dass die Gastmutter nur ihren “Job” machen und möglichst viele Gastkinder aufnehmen wollte. An manchen Tagen waren wir fünf Sprachschüler, aufgeteilt in zwei kleine Räume. Des Weiteren war das Essen sehr einfach, wiederholte sich oft und die Portionen waren überschaubar.

Aber all das war natürlich nur nebensächlich, denn ich war ja schließlich zum Arbeiten auf die kleine Mittelmeerinsel gekommen: Mein Auslandspraktikum absolvierte ich bei PJ Sutters, dem größten Lebensmittelimporteur Maltas, in Luqa. Die jeweils eineinhalb stündige Busfahrt teilte ich mit meiner deutschen Kollegin, die ebenfalls ein Auslandspraktikum dort machte. Wir waren in der Finanzabteilung tätig und haben Rechnungen, Credit Notes, Collection Notes und andere Dokumente sortiert und abgeheftet bzw. in Kartons sortiert. Außerdem haben wir ausstehende Geldbeträge mit den neu ausgestellten Credit Notes verrechnet, fehlende Rechnungen herausgesucht und ältere Dokumente archiviert. Wir waren jeden Tag von 7:30 Uhr bis 17 Uhr unterwegs. Generell ist die Arbeit auf Malta viel entspannter und lockerer als in Deutschland. Jeder ist gelassen und Pünktlichkeit ist nicht unbedingt eine Stärke der Malteser. Hier ist es ganz normal, auf Grund des Verkehrs später zur Arbeit zu erscheinen. Des Weiteren hatte ich wöchentlich vier Englisch-Stunden in der ESE Sprachschule in St. Julians.

Neben der Arbeit kam die Freizeit natürlich auch nicht zu kurz: Die Zeit nach der Arbeit und am Wochenende verbrachte ich mit meinen Mitbewohnern, Freunden aus der Sprachschule oder mit meiner Arbeitskollegin und deren Klasse. Und bei einer Länge von 28 km und einer Breite von 13 km konnte man erstaunlich viel unternehmen: Dabei boten sich die Nachbarstädte Paceville und Sliema super zum (Sonnen-)baden, Spazieren, Shoppen und Feiern an. Auch der Business Tower, das höchste Gebäude Maltas, Porto Maso und Manoel Island durften auf keinen Fall fehlen. Des Weiteren nutze ich die Malta-Sightseeing-Busse, die sowohl den Norden (Mosta, Mdina und Golden Bay) als auch den Süden (Marsaxlokk, Blue Grotto und Hagar Qim & Mnajdra Temples) abfuhren und ich so möglichst viel von der Insel sehen konnte. Die Ausflüge in die Hauptstadt Valletta und auf die größere Nachbarinsel Gozo machte ich mit der ESE Sprachschule, wobei ich einiges über die Kultur und Geschichte Maltas erfuhr. Meine Highlights waren die Blue Lagoon auf der kleineren Nachbarinsel Comino und das Popeye Village.

Abschließend kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, ein Auslandpraktikum gemacht zu haben. Meine anfänglich kleinen Zweifel, allein in einem fremden Land zu sein und eventuell keinen Kontakt zu anderen Sprachschülern zu finden, haben sich absolut nicht bestätigt, ganz im Gegenteil: Ich habe einen guten Einblick in eine andere Arbeitswelt erhalten und tolle neue Menschen mit deren Kulturen aus verschiedenen Ländern kennengelernt. Die Malteser sind sehr nett und hilfsbereit! Und das Beste: Bei warmen Temperaturen, Sonnenschein, netten Kollegen und Freunden und wunderschönen Ausflügen konnte ich mein Englisch um ein Sprachlevel verbessern!

Der Abschied fiel mir sowohl von den Leuten als auch von der maltesischen Insel schwer, denn mit ihnen verbinde ich viele tolle Erfahrungen! Die vier Wochen vergingen wie im Flug!