Regionale Eine-Welt-Tage“ an den KBS Nordhorn

  • Beitrag veröffentlicht:20. Juli 2021
Regionale Eine-Welt-Tage“ an den KBS Nordhorn

In Kooperation mit den Schülervertretungen sowie dem Arbeitskreis eine Welt e.V. in Nordhorn wurden in diesem Jahr vom 28. Juni bis zum 9. Juli 2021 zum ersten Mal „Regionale-Eine-Welt-Tage“ mit verschiedenen Workshops an den drei Berufsbildenden Schulen angeboten. 

Die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) ist ein globaler Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens sowie Wohlstands und zum Schutz des Planeten. Seit 2016 arbeiten alle Länder daran, diese gemeinsame Vision zur Bekämpfung der Armut und Reduzierung von Ungleichheiten in nationale Entwicklungspläne zu überführen. Die Schülerinnen und Schüler der KBS Nordhorn durften durch die Regionalen Eine-Welt-Tage erfahren, was genau sich hinter den SDGs versteckt und wie jeder einzelne zur Zielerreichung einen Beitrag leisten kann.

 

Von den insgesamt zehn Workshops konnten erfreulicherweise die folgenden fünf an den KBS durchgeführt werden:

Die Schülerinnen und Schüler durften in den Workshops erfahren, welche Anknüpfungspunkte es an ihren (Schul-)Alltag gibt und wie sie selbst aktiv eine global gerechte und ökologisch tragfähige Welt mitgestalten können. In vielseitigen digitalen Workshops und Präsenzworkshops konnten sie spannende Handlungsmöglichkeiten erlernen und selbst kreative Ideen entwickeln. Um ihre gemachten Erfahrungen und Ideen mit dem Rest der Schulgemeinschaft zu teilen, wurden diese in der Pausenhalle ausgestellt, u. a. wurden folgende Vorschläge gemacht:

  • Einsatz von Bambuszahnbürsten
  • im Alltag auf Plastik verzichten
  • Stoffbeutel einsetzen
  • Pappmappen verwenden
  • Fahrgemeinschaften innerhalb der Klasse bilden
  • Mülltrennung in der Schule
  • gewaltfreie Kommunikation
  • uvm.

Für die Zukunft ist angedacht diese „Regionalen-Eine-Welt-Tage“ jedes Jahr durchzuführen. Gerade in den letzten Wochen des Schuljahres und insbesondere in diesem besonderen – stark durch Wechselunterricht geprägtem – Schuljahr wollten wir den Schülerinnen und Schülern ein wertschätzendes Lernangebot unterbreiten, indem sie abschließend noch einmal als Klassengemeinschaft an einem gemeinsamen Thema arbeiten. Zum Abschluss der Regionalen-Eine-Welt-Tage wurden die Ergebnisse an einem Messestand im Rahmen der Auszeichnung zur Fairen Schule präsentiert.

Workshop: „Wo kommt mein T-Shirt her?“

Die Klasse BGW 1-1 hat an einem digitalen Workshop (Webinar) teilgenommen, der sich mit den Produktions- und Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfungsketten beschäftigte. Der sechsstündige Workshop begann mit dem interaktiven Sammeln von Vorwissen und Erwartungen der Schülerinnen und Schüler mit Hilfe eines Conceptboards.

Danach wurde die soziale Dimension der Nachhaltigkeit hinsichtlich der Arbeitsbedingungen auf den Baumwollplantagen und in den Nähereien dargestellt. Auch die sozialen Folgen dieser Arbeitsbedingungen auf die Lebensumstände, Bildungschancen etc. beispielsweise in Bangladesch wurden erarbeitet. Neben der sozialen wurde auch die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit in dem Wertschöpfungsprozess thematisiert und durch die Anführung von Wasserverbrauch und gefahrenen bzw. geflogenen Transportkilometern wurde die ökologische Belastung der Fast Fashion verdeutlicht.

Fast Fashion ist definiert als Kleidung, die billig hergestellt und verkauft wird, damit der Kunde häufiger neue Kleidung kaufen kann. Besonders überrascht hat die Schülerinnen und Schüler ein Beitrag, in dem erhoben wurde, dass Millionen von Kleidungsstücken ungetragen in den Kleiderschränken hängen und auch ungetragen wieder entsorgt werden. Nachdem den Schülerinnen und Schülern verdeutlicht wurde, wie problematisch Fast Fashion eigentlich ist und welche Folgen die schnelle Mode für die Welt hat, wurden gemeinschaftlich Lösungsstrategien hin zu verantwortungsvollen Kaufentscheidungen entwickelt.

Bei diesen Fakten erwachte bei vielen Schülerinnen und Schülern der Wunsch, selbst etwas gegen die weitreichenden Folgen von Fast Fashion zu unternehmen und das eigene Einkaufsverhalten zu verändern und gleichzeitig mit der bereits vorhandenen Kleidung sorgsam umzugehen. Unter dem Begriff Slow Fashion haben sie einen Gegenentwurf zu Fast Fashion entwickelt. Diese Art der Mode konzentriert sich auf lediglich zwei Saisons pro Jahr, nutzt möglichst schonend hergestellte und recycelbare Materialien und achtet darauf, dass die jeweiligen Kleidungsstücke länger haltbar sind. Auch die Arbeits- und Menschenrechte in den Herstellungsländern haben Priorität. Gleichzeitig ist das Design zeitlos. Interaktiv wurden dann zwei Wunschlisten erstellt: eine zu den Sozialstandards und eine zu den Umweltstandards der Slow Fashion.

Abschließend wurden verschiedene Siegel vorgestellt und kritisch auf ihre Praxistauglichkeit überprüft. Die Siegel sollen den Konsumentinnen und Konsumenten helfen, ihre Kaufentscheidung verantwortungsvoll hinsichtlich der aufgezeigten Probleme entlang der Wertschöpfungs- und Lieferketten zu treffen.

„Buy less, choose well, make it last“

Workshop: „PlanetPlastic“

In der Klasse BFW2-2 fand unter dem Titel „PlanetPlastic“ ein weiterer Workshop statt.

Plastik ist überall – und es wird immer mehr: Coffee-To-Go-Becher, Tüten, Flaschen, Lebensmittelverpackungen, Plastik im Meer, im Essen, in Medikamenten, in unserem Blut. Es gibt keinen Lebensbereich, in dem wir nicht auf Plastik und Erdölanteile treffen. Die Auswirkungen für Mensch und Umwelt auf der ganzen Welt sind gravierend. Wollen wir das – und was können wir tun, wenn nicht?

Die Schülerinnen und Schüler durften in dem Workshop erfahren, in welchen Produkten sich überall Plastik „versteckt“ und welche Auswirkungen dieses auf ihre Umwelt, aber auch auf ihren eigenen Körper hat. Zudem wurden Ideen für ein Engagement gegen zu viel Plastik entwickelt. So ist jeder einzelne Schüler bzw. Schülerin der Klasse eine Anti-Plastic-Challenge für zwei Wochen eingegangen. So haben sie beispielsweise Bambuszahnbürsten verwendet, auf Strohhalme verzichtet, keine Plastiktüten verwendet und vieles mehr.

 

 

Workshop: „Ich wollt ich wär (k)ein Huhn!“

In der Klasse BFW2-2 fand unter dem Titel „Ich wollt ich wär (k)ein Huhn“ ein Workshop statt.

Im Planspiel zu den Hühnerexporten nach Ghana durften die Schülerinnen und Schüler in die Rollen der beteiligten Akteure schlüpfen und die Thematik aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Dabei ging es um den in Ghana vorherrschenden Grundkonflikt, dass Ghana mit tiefgefrorenen Geflügelresten aus Europa sowie Nord- und Südamerika überschwemmt wird, während die einheimische Geflügelwirtschaft in den Konkurs geht.

Bei den Schülerinnen und Schülern konnte dadurch ein Bewusstsein für globale Zusammenhänge geweckt sowie Handlungsempfehlungen für das eigene Konsumverhalten gegeben werden. Die BFW22 hat für sich die folgenden Ziele abgeleitet: alles vom Huhn verwerten und weniger Geflügel konsumieren.

Nicole und Björn Böhmer