Tim Hamhuis (Auslandspraktikum in Schweden)

  • Beitrag veröffentlicht:29. Mai 2013
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Mein Name ist Tim Hamhuis, ich bin 20 Jahre alt, komme aus Getelo und absolviere bei der Neuenhauser Maschinenfabrik GmbH meine Ausbildung zum Industriekaufmann. Im Rahmen dieser Ausbildung bin ich nun bei der HPL-Neugnadenfelder Maschinenfabrik GmbH tätig. Als mir in der Berufsschule die Möglichkeit eines Praktikums im Rahmen des Leonardo da Vinci Projektes vorgestellt wurde, war ich sehr positiv gestimmt. Sofort stellte ich dieses meiner Vorgesetzten vor, die nur sagte: „Die Möglichkeit hätte ich in meiner Ausbildung auch gerne haben wollen“. Ein Tag später kam Herr Pelle, Geschäftsführer von der HPL-Neugnadenfelder Maschinenfabrik GmbH, auf mich zu und stimmte dem Praktikum sofort zu und schlug vor, dieses bei unserer Tochtergesellschaft, Bergs Engineering AB in Schweden, zu absolvieren. So kam ich auf Schweden.

In der zweistündigen Fahrt vom Flughafen Stockholm-Arlanda machte ich mir so meine Gedanken, ob es wirklich das Richtige wäre. Als ich dann ankam und mein Praktikumsbegleiter Magnus Sjögren mich am Bahnhof in Borlänge abholte, redete ich nicht sonderbar viel. Während der zwanzigminütigen Fahrt wurde ich gefragt, ob ich Hunger hätte und wurde, ohne eine Antwort zu geben, zu einem Essen eingeladen. Schnell waren meine anfänglichen Sorgen verflogen, denn ich merkte schnell, dass es überhaupt kein Problem darstellt nicht perfektes Englisch zu sprechen, sondern es zu versuchen ist wichtig.

Nach dem Essen fuhren wir in den Supermarkt, um das Nötigste für die ersten zwei Tage zu besorgen. Schnell wurde ich mir klar, dass ich in Schweden mehr nach Bildern kaufen muss, als versuchen zu lesen, was auf der Verpackung steht. Denn wer kann schon von „Jordgubbssylt” Erdbeermarmelade machen. Das Lesen fällt mir mittlerweise etwas leichter, meistens versteh ich ungefähr worum es geht. Aber fürs Sprechen und Verstehen haben die vier Wochen nicht ausgereicht. Anschließend wurde ich zu meiner Unterkunft gebracht. Mein Zimmer bestand aus einem Bett, einem Schrank und einem Waschbecken mit Spiegel. Küche, Dusche und WC musste ich mir mit den anderen Bewohnern dieser Unterkunft teilen, was nicht weiter schlimm war.

Am ersten Arbeitstag wurde ich von einem Arbeitskollegen zur Arbeit mitgenommen. Dort wurde mir gleich ein Rad für 4 Wochen zur Verfügung gestellt, mit dem ich problemlos zur Arbeit und zurück kommen konnte. Meine Aufgaben während des Auslandspraktikums waren nichts Neues für mich. Bedarfsermittlung, Lieferantenauswahl zwischen schwedischen und deutschen Firmen mit anschließender Anfrageerstellung. Angebotsprüfung bezüglich der Konditionen im Vergleich mit denen in Deutschland. Außerdem musste ich bei bestimmten Materialien, aufgrund völlig unterschiedlicher Bezeichnungen, prüfen lassen, ob diese identisch oder vergleichbar sind.  Was mich besonders überraschte war, dass mir als Praktikant volles Vertrauen in Sachen Angebotsverhandlungen gegeben wurde. Außerdem durfte ich selbstständig Bestellungen auslösen. Die einzige Schwierigkeit bestand darin, alles in englischer Sprache durchzuführen. Schnell lernte ich Fachbegriffe und merkte, dass ich mit meinem Schulenglisch nicht sehr weit komme, denn das Berufsenglisch ist doch ein ganz anderes.

In Schweden gibt es nicht so viel Hektik und Stress, obwohl die Schweden das oft ganz anders sehen. Übertrieben gesagt sind die Schweden sind schon gestresst, wenn sie mal 2 Stunden keine Kaffeepause gehabt haben. Kaffeetrinken ist so eine Art Nationalsport, ohne Kaffee geht hier gar nichts.

Ich sprach am Anfang meines Berichtes davon, dass ich mir die Küche mit anderen Bewohnern teilen muss. Das war sogar sehr gut, denn so habe ich viele neue Leute kennen gelernt, z.B. einen netten Mann aus Stockholm, der hier nächtigte um seinen Führerschein in Falun zu machen. Wir gingen oft zusammen in verschiedene Pubs, manchmal auch zu lang, und kamen so ins Gespräch. Ich erzählte ihm von meinem Vorhaben, für ein Wochenende nach Stockholm zu gehen. Da er in Stockholm wohnt, lud er mich prompt ein auf seinem Sofa zu nächtigen. Dieses Angebot nahm ich natürlich dankend an und so konnte ich die letzten Tage in Schweden in Stockholm verbringen.